Das gelbe Wrack in der Wüste war unser Glücksfund

Read this with the google translator, it´s very funny 😉

 

Ein halbes Jahr ist vergangen, doch das Abenteuer mit dem blauem Schulbus ist immer noch präsent. Sobald wir davon reden und uns die Fotos anschauen, verfallen wir in den „Hach…. ich will sofort zurück…“-Modus. Drei Wochen voller Spaß, Arbeit und toller Erlebnisse reichen aus, um den Rest seines Lebens von den wunderbaren Erinnerungen zu zehren. Ich kann nur sagen „Macht Euch Eurer Abenteuer. Jetzt!“

 

Einer der Höhepunkte auf unserem Trip war der Fund des gelben Schulbus-Wracks in der Wüste von Texas. Schon Wochen vor Aufbruch in den Staaten im März 2016, suchten wir auf allen Kanälen nach einer originalen Falttür für unseren Big Nose. Denn der hatte sein Dasein zuletzt als Camper/Wohnmobil gefristet und zu diesem Zweck eine Holztür mit Türknauf erhalten.

 

Gesucht hatten wir: Im Internet, ein Aufruf als die Presse zu Gast in Johns Werkstatt war, auf dem Bus selbst stand es geschrieben. Und wir hielten während der Fahrt unsere Augen offen und besuchten so viele Schrottplätze, wie wir konnten. Aber ohne Erfolg.

 

Wenige Tage bevor wir unseren Zielort Houston erreichen sollten, gab es eine unerwartete Überraschung. Was passiert war, schrieben wir im Blogbeitrag nieder, den ich hier einfach nochmal wiederholen möchte. Denn die Geschichte ist zu schön – und dabei wahr – als dass ich sie jetzt nochmal zusammen fassen könnte:

 

 

Tag 17

Nach einer entspannten Nacht und einem stärkenden Frühstück brechen wir in Richtung Fort Stockton, Texas, auf. Es wird eine Fahrt durch die Wüste, so dass wir vorab unsere Wasservorräte aufgefüllt haben und auch bei Big Nose den Kühlwasserstand kontrolliert haben. Schon nach den ersten Meilen erkennt man das trostlose weite Land durch das wir hindurch müssen. Nur ab und zu passieren wir einige heruntergekommene Materiallager der Ölindustrie.

 

Doch was ist das? Schon von weitem strahlt etwas herrlich Gelbes durch die sonst so braun gebrannte Umgebung. Der gelbe Punkt wird immer größer und entpuppt sich als alter Schulbus. Auch Big Nose wird ganz nervös. Fast wie von selbst leitet er die Vollbremsung ein, denn man glaubt es kaum, dieser alte Schulbus könnte Big Nose großer Bruder sein. Der Rückwärtsgang fliegt ins Getriebe… da stehen wir, es ist ein 1952er GMC Langbus mit Wayne Aufbau!

 

Der Bus sieht ziemlich heruntergekommen aus, alle Scheiben sind eingeschlagen, die Reifen hängen platt und zerfetzt auf den rostigen Felgen. Uns allen geht nur ein Gedanke durch den Kopf: werden die passenden Türen noch am Fahrzeug sein? Wir stellen den Motor ab und springen auf den staubtrockenen Straßenrand. Die Herzen klopfen, wir sind nervös. Mit jedem Schritt auf den Bus zu steigt die Spannung.
Die erste Türhälfte wird sichtbar, was für ein Glück, die zweite liegt schon demontiert im Bus, der im Innenraum ein trauriges Bild darstellt. Oh, wunderbar, selbst der Türöffnungsmechanismus ist noch erhalten. Von weitem schielt Big Nose zu uns herüber und hofft durch unser Gebahren ein positives Zeichen zu erkennen. Ein Rundgang um den alten Bus lässt erkennen, dass noch einige brauchbare Teile vorhanden sind. Schnell gehen wir in Gedanken durch, welches Werkzeug wir an Board und welches wir noch besorgen müssen, um die heißersehnte Beute in Sicherheit zu bringen. Wir hasten zurück zu Big Nose um die 30 Meilen zurück nach Pecos zu eilen. Doch den Weg nehmen wir gerne in Kauf. Big Nose stampft durch die Hitze, aber man merkt, dass auch er, in freudiger Erregung, all seine Kraft zusammen nimmt, um schnellstmöglich wieder zurück zu seinem großen Bruder zu kommen.

 

Wie Verrückte stürmen wir Auto Zone in Pecos. Zielstrebig greifen wir nach einer Wasserpumpenzange, einem wirklich großen Kreuzschlitzschraubendreher und einem Halbzollknarren-Set. Natürlich darf eine große Spraydose Rostlöser nicht fehlen. Sekunden später sitzen wir in Big Nose, der fast wie von selber zurück zu der Stelle saust, an der wir den Bus mit den so lang gesuchten Falttüren nebst Öffnungsmechanismus herrenlos in der Wüste gefunden haben. Endlich, der gelbe Punkt wird wieder sichtbar. Diesmal halten wir direkt neben unserem Schlachtfahrzeug.
Die Männer machen sich daran wie eine Meute hungriger Löwen die brauchbaren Teile zu demontieren. Mengen von Rostlösern fließen, Kakteenstachel bohren sich in Körperteile und dort wo gutes Zureden nicht wirkt, wird gröbste Gewalt angewandt, um die mittlerweile in sich verschmolzenen Schrauben und Muttern zu lösen.

 

Es dauert einige Zeit bis der alte Bus seine Tür preisgibt, es folgt noch der Türgriff des Notausstiegs, vier Fensterschließmechanismen, eine Blechsonnenblende und ein verchromter Handschuhfachdeckel. Als richtige Souvenirjäger nimmt man natürlich die an der Motorhaube befindlichen GMC-Chrom-Embleme auch mit. Wir sind schon im Begriff zu gehen, da fällt Rudy der an Big Nose fehlende Ersatzradhalter ins Auge. Zwei Sekunden später liegt B.G. im Wüstensand. Erst mit den Füßen an der Knarre können die rostigen Muttern gelöst werden. Es quietscht fürchterlich, doch alles Wehren nützt nichts – denn das Objekt der Begierde vor Augen lässt B.G. übermächtige Kräfte wachsen, und so fällt nach einigen Minuten der große rostige Eisenbügel zu Boden. Mächtig erschöpft aber überglücklich schleppen wir nach circa drei Stunden härtester Arbeit in brütender Hitze die so heiß begehrten Teile Richtung Big Nose. Dort werden sie sogleich in seinem großen Bauch verstaut.
Natürlich „nimmt“ man nicht einfach nur, sondern sagt auch DANKE. Ich widme dem alten Bus ein paar Zeilen auf seiner verblichenen Aussenhaut „Thank you, Big Brother, your parts will find a new life on our 1952 blue Big Nose. Rest in peace.“ Als würde ein unsichtbarer Geist den Bus umsäumen, läuft wie eine Träne die Farbe des ausgelaufenen Stiftes an dem Wort Nose herunter.
Wir alle sagen noch einmal danke und nehmen unsere Sitzplätze ein. Der Motor heult auf und langsam und bedächtig fahren wir zurück auf den Highway, um die Fahrt in Richtung Fort Stockton fortzusetzen. Die Strecke gestaltet sich als äußerst schwierig zu fahren. Dieses Mal nicht wegen der uneinsichtigen Autofahrer sondern wegen extremen Seitenwinden, die Big Nose bei jedem Angriff von der Straße schubsen wollten.

 

Am Abend, nach dieser anstrengenden Fahrt, erreichen wir das Städtchen Junction, wo B.G. in dem urigen BBQ Grillhaus Lum’s ein „wir-haben-endlich-eine-1952er-GMC-Wayne-Body-Falttür-Gedächtnisabendessen“ ausgibt. Ein Motel ist diesmal schnell gefunden und alle Teilnehmer der Expedition verschwinden erschöpft in ihren Zimmern. Hier fällt auf, dass der Arbeitsanzug von B.G. nicht mehr tageslichttauglich ist und dringend mit dem Träger ein Bad benötigt. Chipy und ich fackeln nicht lange und stopfen den Fahrer des Busses in die viel zu kleine Badewanne. Nach zwei Minuten sieht das vorher klare Wasser aus wie der Tümpel in einem alten John Wayne Film (nicht mehr genießbar). Der Anzug wird zum Trocknen nach draussen auf einen Stuhl gelegt, in der Hoffnung, dass die vielen dicken Käfer, die rund um die Motelzimmer auf Beute lauern, diesen nicht wegschleppen! Bis tief in die Nacht wird noch am Blog gearbeitet, bis auch ich endlich – weit nach Mitternacht – das Licht lösche … gute Nacht.

Text: Bonnie & B.G.

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